Drei Antworten.
Keine davon ist Verhalten.
Auf die Frage, wo Verhalten definiert ist, fällt jede Antwort in genau eine von drei Klassen. Jede leistet etwas — und keine schließt die Lücke.
Reduktion 01 — Repräsentation
Sie beschreibt Verhalten
Funktionsbeschreibung, Functional Design Specification, Lastenheft, Spezifikation. Sie beschreibt Verhalten in natürlicher Sprache. Sie ist nicht formal prüfbar, hat keine Autorität über die Laufzeit und geht bei jeder Änderung als Erste verloren.Beschreibung ist nicht Definition.
Reduktion 02 — Realisierung
Sie erzeugt Verhalten
SPS-Code, Konfiguration, Parametrierung. Sie erzeugt Verhalten. Aber sie kann nicht gleichzeitig das Soll und das Ist sein.Code gegen Code zu prüfen ist keine Verifikation.
Reduktion 03 — Beobachtung
Sie zeigt Verhalten
Test, Simulation, virtuelle Abnahme, Inbetriebnahme, Diagnose, Digital Twin. Sie zeigt Verhalten. Aber immer nur das eingetretene, immer nur zum Prüfzeitpunkt.Beobachtung zeigt, sie beweist nicht.
Jeder Einwand lässt sich zuordnen: „Das steht in unserer Funktionsbeschreibung" ist Repräsentation. „Das ist im Code sauber gelöst" ist Realisierung. „Unsere virtuelle Abnahme und die Inbetriebnahme decken das ab" ist Beobachtung. Die Aufgabe ist nicht, den Einwand zu entkräften, sondern ihn einzuordnen.